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Neujahrslied   Johann Peter Hebel

 

Mit der Freude zieht der Schmerz
traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Träne fällt,
blüht auch eine Rose.
Schon gemischt, noch eh wirs bitten,
ist für Thronen und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

Wars nicht so im alten Jahr?
Wird's im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder,
und kein Wunsch wirds wenden.

Gebe denn, der über uns
wägt mit rechter Waage,
jedem Sinn für seine Freuden,
jedem Mut für seine Leiden
in die neuen Tage,

jedem auf des Lebens Pfad
einen Freund zur Seite,
ein zufriedenes Gemüte
und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite!


Der andere Mensch...

   

Bilder an den Schulcontainern

 

der Martin-Luther-Schule, Marburg

 

"Der ganze Mensch muss in das Evangelium kriechen und dort neu werden, die alte Haut ausziehen, wie die Schlange es tut. Wenn ihre Haut alt wird, sucht sie ein enges Loch im Felsen. Da kriecht sie durch und zieht ihre Haut selbst ab und lässt sie draußen vor dem Loch.

So muss der Mensch auch in das Evangelium und in Gottes Wort sich begeben und getrost folgen seiner Zusage: es wird nicht trügen.

So zieht er ab seine alte Haut, lässt draußen sein Licht, seinen Dünkel, seinen Willen, seine Liebe, seine Lust, sein Reden, sein Wirken. Und wird also ein ganz anderer, neuer Mensch, der alles anders ansieht als vorhin, anders richtet, anders urteilt, anders denkt, anders will, anders redet, anders liebt, anders lüstet, anders wirkt und fährt als vorhin!"

Martin Luther

" Ihr habt ja ausgezogen den alten Menschen mit seinen Werken und angezogen den neuen, der da erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbilde dessen, der ihn geschaffen hat."

 

Kolosser 3,9-10

 


 

Bild und Gedicht zum Michaelisfest 2010

 

Der Engel bei Bolt an der Ecke,

der hatte heute viel zu tun:

die Kinder vom Stadtrandviertel,

die rennen auf raschen Schuhn.

 

Sie laufen hinter dem Ball her,

der Ball, der rollt und rollt.

Doch die Autos sieht nur der Engel,

der steht, wie gesagt, bei Bolt,

 

bei Bolt, dem Schuhwarenladen,

da steht der Engel und wacht.

Er schwingt seinen Stock und gibt auf

die spielenden Kinder acht.

 

Man weiß, er heißt Gottlieb Zille

und sieht auch genau so aus

mit Bart und Zigarre und Brille:

der Rentner vom Hinterhaus.

(Rudolf Otto Wiemer, Schriftsteller)

 

 In einer kleinen Schrift mit dem Titel "Wunderbare Bahnhofswelt" hat Dr. Reinhard Deichgräber Begebenheiten und Gedanken aufgezeichnet, die mit seinem ehrenamtlichen Dienst in der Bahnofsmission im Kieler Hauptbahnhof verbunden sind.

Ein Abschnitt lautet Missionieren Sie auch?


 

In der Ausgabe der Kirche in Marburg (KIM) Oktober 2010 erscheint eine Andacht von Pfr. M. Holst zum Thema "Erntedank". Sie kann hier heruntergeladen werden.

Andacht "Erntedank"

 


 

Die Kirche in der Welt

Die Kirche kann sich von der Welt nicht in ein Ghetto abkapseln. Sie muss sich zur Welt bekennen, an ihren Nöten und Hoffnungen teilnehmen, ihr Wagen und Versagen mittragen.

Nicht eine teilnahmslos unverbindliche Kirche, nur eine liebend verbundene Kirche darf der Welt dann, wenn es das Evangelium Jesu Christi erfordert, auch widerstehen und widersprechen, um gerade so immer wieder bei ihr zu bleiben.

Es gibt im Grunde nichts in der Kirche, was nicht mit offenen Fenstern auf die Straße, auf die Gasse hin, getan werden soll.

 Foto: Elisabethkirche in Marburg (vom alten botanischen Garten aus fotografiert)


 

Pfingstgedanken

Ohne den Heiligen Geist ist Gott fern,

bleibt Christus in der Vergangenheit,

ist das Evangelium ein toter Buchstabe,

die Kirche ein bloßer Verein,

die Autorität eine Herrschaftsform,

die Mission Propaganda,

die Liturgie eine Geisterbeschwörung

und das christliche Leben eine Sklavenmoral.

 

Athenagoras von Athen, Kirchenvater im 2. Jahrhundert nach Christus

 

Pfingstbild in der lutherischen Kirche zu Treisbach (Wetter), Zur Aue 7

 


 Wort zum Weiterdenken....

 Wehre dich nicht,

 wenn dein Bruder dir Gutes tun will.

 Wer sich nichts schenken lassen will,

weiß nicht, was Gnade ist.

  


Wort zum Osterfest

Der Auferstehungsglaube gehört nicht zu den letzten Dingen,

sondern zu den ersten.

Denn er ist nicht Hilfe zum Sterben, sondern Ermächtigung zum Leben

und Entmächtigung des Todes.

Jürgen Roloff 


Bilder und Gedanken zur Passionszeit

 

Zum Glück....

"Zum Glück muss ich nicht alles, was jemals falsch lief, wiedergutmachen, jede Suppe auslöffeln, die ich mir selber eingebrockt habe, zum Glück!

Zum Glück muss ich nicht in jedem Regen stehen bleiben, bis mir tropnaß und zitternd vor Angst jedes Lachen vergeht, zum Glück!

Zum Glück muss ich nicht immer nur versprechen, dass ich morgen alles viel besser machen will und ganz bestimmt die alten Fehler vermeiden und nicht wiederholen werde, zum Glück!

Zum Glück gibt es einen, der vergibt. Zum Glück gibt es einen, der beschützt. Zum Glück gibt es einen, der vertraut. Zum Glück gibt es Jesus"

Hermann Traub

Petrus sprach:

Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Jesus aber sprach zu ihm: Petrus, ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst! Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt. Lukas 22,33 f.40

 


 

 

In einem kleinen Dorf in der Nähe von Marburg ist dieses Bild aufgenommen worden.

Es deutet an, was die Passionszeit vermitteln soll und kann. Eine Mauer - Fachwerk. Es gibt kein Durchkommen. Es gibt kein Hinauskommen. Aber da ist ein kleiner Durchbruch. Ein Kreuz. Innen ist es dunkel. Von außen sieht man nichts.

Ein Hinweis: Das Kreuz Jesu konfrontiert uns mit Fragen, mit Schuld und Dunkelheit. Und doch wird es innen im Raum durch diesen kleinen Durchbruch, durch dieses Kreuz etwas heller. Licht kann ins Dunkel strahlen. Licht nimmt der Dunkelheit das Recht und die Kraft.

Ein Hinweis: Jesu Kreuz, sein Leiden und Sterben sind nicht sinnlos. Sie bringen der Menschheit Licht und neues Leben. Sein Kreuz bringt Vergebung und Heil für uns Menschen, die an der selbstverschuldeten Dunkelheit leiden.

 

 Das Wort zur beginnenden Passions- und Fastenzeit

Theresa von Ávila: „Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn, wenn Fasten, dann Fasten.

 

 


 

Bilder und Gedanken zum Wort Gottes


Zum Sonntag Sexagesimae

  

 


Aus dem Introitus (Eingangspsalm) des Sonntags:

Ich will Gottes Wort rühmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht fürchten.

Herr, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht; deine Wahrheit währet für und für.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

 

Es gibt Menschen, die die Bibel nicht brauchen.
Ich gehöre nicht zu ihnen.
Ich habe die Bibel nötig.
Ich brauche sie, um zu verstehen, woher ich komme.
 
Ich brauche sie,
um in dieser Welt einen festen Boden unter den Füßen und einen Halt zu haben.
 
Ich brauche sie,
um zu wissen, dass einer über mir ist und mir etwas zu sagen hat.
 
Ich brauche sie,
weil ich gemerkt habe, dass wir Menschen in den entscheidenden Augenblicken füreinander keinen Trost haben und dass auch mein eigenes Herz nur dort Trost findet.
 
Ich brauche sie,
um zu wissen, wohin die Reise mit mir gehen soll.  

Jörg Zink

  

Die Heilige Schrift ist ein Kräutlein; je mehr du es reibst, desto mehr duftet es.

Martin Luther   (1483-1546)

  Zur Epiphaniaszeit

Epiphaniasgebet:

Allmächtiger Gott und Vater, du hast deinen Sohn zum Licht der Welt gemacht; wir bitten dich, erfülle den ganzen Erdkreis mit dem Glanz, der von ihm ausgeht, damit alle Menschen deine Herrlichkeit erfahren und anbeten. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen    (aus: Du bist mir täglich nahe, Bd. 1, S.187)

 


 

Die Sternensinger sind unterwegs.... (dieses Bild stammt nicht aus Marburg...!)

  

 


 

 2010        Ausblick in´s neue Jahr mit Hanns Dieter Hüsch... 

Wenn das Jahr beginnt

Ist man in Gedanken

Gehört am Ende man

zu den Gesunden oder Kranken

 

Vieles wird passieren

Freude und auch Leid

Jeder muss addieren

Hoffentlich Zufriedenheit

 

Das Jahr ist jung und übertreibt

Infolgedessen sehr

Was von uns allen übrig bleibt

Das weiß bald keiner mehr

 

Drum hebe doch das alte Haupt

Und bleib bei deinen Dingen

Auch wenn es kein Mensch glaubt

Am Ende werd ich singen.

 

 


 

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